DIY: So bauen Sie ein Zelt

Qeedo ZelteDer Zeltmarkt bietet bereits einige gute und praxisorientierte Zelte in allen Preis- und Qualitäts- Ausführungen für den ambitionierten Anwender. Aber für manche Individualisten ist das eben nicht genug, weil man ganz besondere Anforderungen stellt und ganz neue Dimensionen errichten möchte. Wer für sich ein solches, speziell auf seinen Bedürfnisse zugeschnittenes Zelt benötigt, und dazu noch die nötige Fingerfertigkeit besitzt, baut daher sein einiges DIY Zelt. Der erste Schritt sollte sein, sich Gedanken um die eigenen Bedürfnisse zu machen und sich letztendlich klar zu werden, was für ein Zelt man eigentlich benötigt. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen und auch die Erfahrungen und Meinungen anderer Outdoorer einzuholen.

Die Struktur des DIY Zeltes  

DIY: So bauen Sie ein ZeltBei der Grundstruktur sollte man sich als Laie an eher einfachen Zelttypen orientieren, es ist davon abzuraten, komplizierte Gebilde wie Tunnelzelte oder gar Kuppelzelte in Angriff zu nehmen. Bleiben Sie bei einfachen A-Linien Konstruktionen, da sie sich am einfachsten und schnellsten errichten lassen. Diese Zeltart ist eine beliebte Option, welche schon vor hunderten von Jahren angewendet wurde (wie zum Beispiel das Tipi-Zelt bei den Indianern). Mit zwei vertikalen Stangen und einer quer liegenden, horizontalen Stange lässt sich ein einfaches Ein- oder Zweinmannzelt errichten, wenn über das quer liegende Element eine Stoffbahn gespannt wird.

Möchte man im Zelt aufrecht stehen können, empfiehlt es sich, vier vertikale Stangen an den Enden zu verbinden und mit zwei Hauptträgern vertikal anzubringen. Dadurch erhalten Sie eine A-förmige Tipi-Konstruktion, bei der Sie nur noch für Schutzwände sorgen müssten. Nun müssen Sie nur noch Seitenwände an die Grundkonstruktion anbringen – achten Sie aber vorher darauf, dass alle Träger fest im Boden stehen und eventuell sogar wenige Zentimeter in den Boden eigegraben wurden. Das Befestigen können Sie entweder mit Nieten oder sogar mit Klettverschlüssen oder Nägeln vornehmen, es gibt eine Vielzahl von Verbindungs-Möglichkeiten, die sich perfekt an verschiedene Zeltbahnen anpassen lassen. Für mehr Stabilität des Zeltes können ganz schnell und einfach Abspannleinen sorgen, die man mit Heringen im Boden verankert und vorher an den Hauptträgern durch Knoten befestigt.

Für den Wintereinsatz wäre eine Doppelwand Konstruktion wünschenswert, bei dieser Option erreicht man eine bessere Dämmung und gewinnt sogar zusätzliche Stabilität. Auch die Robustheit des Zeltes wird durch zwei Lagen erhöht, weshalb sich der Mehraufwand lohnt. Mit etwas Geschick können Sie mit dem richtigen Material und kleineren Holzträgern sogar noch einen kleinen Vorraum bauen, um mehr Stauraum für Ihre Habseligkeiten zu gewinnen. Durch die Möglichkeit, ein Vorzelt zu nutzen, steigern Sie zudem Ihre Wohn- und Kochmöglichkeiten.

Ein weiter Tipp, um etwas mehr Stauraum im Zelt zu schaffen, sind Innentaschen, die man an die gewählten Taschen ganz leicht annähen kann. Dafür muss man sich nicht einmal viel Mühe geben, denn ein einfaches Stück Stoff kann mit der richtigen Technik ganz einfach an die Zeltinnenseite angenäht werden. Zu bedenken ist hierbei aber, dass die Nähte wasserdurchlässig sind. Zusätzlich sollte man daran denken, eine Querstange im Innenzelt zu befestigen. Diese wird besonders oft vergessen, obwohl sie einen wichtigen Nutzen hat: sie soll die Campinglampe halten und damit auch bei Nacht für eine gute Sicht sorgen. Nicht zuletzt sollte man sich Gedanken über den Boden des Zeltes machen. Er sollte bestenfalls robust und wasserdicht sein und zudem Insekten und Kleintiere davon abhalten, in das Zelt zu gelangen. Es hindert sogar Feuchtigkeit daran, den Schlafplatz zu nässen und fungiert als zusätzliche Dämmschicht. Sollte ein Feldbett zum Einsatz kommen, muss der Boden außerdem durch eine Gummischicht geschützt werden, somit verhindert man nämlich Beschädigungen am Zeltboden und verlängert seine Lebensdauer allgemein.

Wichtige Faktoren, die man berücksichtigen sollte

Kriterien Hinweise
Sommer, Herbst, Frühling und Winter Die verschiedenen Jahreszeiten stellen ganz besondere Anforderungen an das selbst gebaute Zelt. Ist man im Sommer unterwegs, wäre eine ausreichende Schutzvorrichtung gegen Kleintiere und Insekten zum Beispiel besonders wichtig, sowie eine Option zur Belüftung im Zelt. Im Herbst oder Winter dagegen fällt dieser Faktor weniger ins Gewicht. Ein Zelt für die kälteren Jahreszeiten sollte was die Dämmung betrifft besser ausgestattet sein, als ein reines Sommerzelt, hier kommen oftmals Doppelwand-Zelte ins Spiel. Hier sollte man aber dennoch die Belüftung im Auge behalten, denn durch die Kondensation beim Ausatmen kann sich Wasser an die Zeltinnenwand heften. Dies ist zwar nicht weiter tragisch, kann aber dem Komfort beim Übernachten einschränken. Für ein reines Winterzelt ist Stabilität und Dämmung besonders wichtig. Bei Schneefall sollte man die Tragkraft und Stabilität des Außenzeltes besonders hoch einkalkulieren, da starker Wind und Regen- oder Schneeschauer oft unterschätzt werden. Eine weitere Option ist ein kleiner Zeltofen als wärmendes Extra. Hier sollte man sich aber komplett über die Risiken im Klaren sein und seine Hausaufgaben machen, was die Recherche angeht. Zudem kommt noch die Gefahr von Kohlenmonoxidvergiftung hinzu, wenn man sich nicht ausreichend über den Ofen informiert hat und keine Belüftungsmöglichkeiten bei seinem Zelt vorsieht.
Die Größe des Zeltes Von Anfang an sollte man sich darüber Gedanken machen, wie groß das Zelt wirklich sein muss.Wie viele Personen müssen beherbergt werden, möchte man im Zelt Aufrechtgehen, und muss sogar Stauraum für Gepäck und tierische Begleiter vorhanden sein? Stauraum wird oft bei der Planung eines DIY Zeltes vergessen, denken Sie daher bereits bei der Planung auch an Ihr Gepäck oder die Ausrüstung, welche ebenfalls einen entsprechenden Schutz vor den Elementen benötigen. 
Das Gewicht Ein Faktor der oft unterschätzt wird, ist das Gewicht des Zeltes. Hier sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie das Zelt transportiert werden soll. Die Wege vom Transportmittel bis zum ausgewählten Ort zum Aufstellen sollten ebenfalls bedacht werden, da sie besonders stark ins Gewicht fallen können – auch wenn sie oft das Letzte sind, an das man beim DIY Projekt denkt. Wer direkt neben dem eigenen Auto zeltet oder in unmittelbarer Nähe, dem macht auch ein etwas höheres Gewicht nicht allzu viel aus. Muss man es dagegen mehrere Kilometer weit tragen, kann ein zu schweres Zelt für unbequeme Folgen sorgen.

Vor- und Nachteile eines DIY Zelts

  • günstige Materialkosten
  • es bereitet Freude
  • Sie können es individuell gestalten
  • großer Aufwand

Bezugsquellen der Materialien

Camping Fachgeschäfte – eine Vielzahl an Outdoor Shops bieten unendlich viel Zubehör für Zelte an, angefangen von Zeltbahnen bis hin zum Bodenbelag und wichtigen Accessoires wie den Heringen. Möchte man beste Zeltbahnen und Materialien mit hoher Wassersäule erwerben, dann ist man bei den Fachgeschäften besonders gut aufgehoben. Hier muss man aber allerdings erwähnen, das man für die meisten Produkte dieser Art aus dem Fachmarkt auch nicht selten tief in die Tasche greifen muss.

Armee Surplus – eine weitere Option sind gebrauchte Armee Zeltbahnen. Es gibt eine Vielzahl an guten Gründen diese Option zu bevorzugen, wenn das Gewicht nicht ganz so wichtig ist. Military Surplus Zeltbahnen und Planen sind qualitative hochwertige, robuste und kostengünstige Begleiter im Vergleich zu den hochpreisigen und spezialisierten Outdoor Versionen bekannter Marken. Militär Ausrüstungen werden zudem generell auf höchste Belastungen ausgelegt und durchlaufen sämtliche Qualitätskontrollen, sind damit auch gebraucht oft noch wesentlich robuster, als neuwertige Ware aus dem Outdoor Shop.

Ein weiterer Vorteil von Militärzeltbahnen ist, dass diese überwiegend aus Baumwolle mit einem kleinen Polyester Anteil gefertigt sind. Hiermit lassen sich die Bahnen leicht mit Ösen und Knöpfen ausstatten, sowie besonders leicht zusammennähen. Außerdem ist die Baumwollmischung nicht leicht entflammbar, was einen großen Vorteil darstellt, wenn man das Zelt in Verbindung mit einem Zeltofen benutzen möchte. Bedingt durch die starke Materialdichte ist diese Option außerdem besonders ideal für den Wintereinsatz. Vorausgesetzt, man imprägniert das Material fachmännisch.

Tipp: Um Armee Ware zu beziehen, sollten Sie einfach mal einige Shops mit Outdoor Waren durchstöbern – hier finden Sie oftmals reduzierte und kostengünstige Produkte, die sich für Ihr DIY Projekt bestens eignen.

Baumärkte – eine weitere Bezugsquelle sind Baumärkte, hier lassen sich in der Regel fast alle Komponenten für ein DIY Zelt zusammenstellen. Auch wenn der Einkauf hierbei etwas teurer ausfallen kann, bevorzugen viele Outdoorer diese Einkaufsmöglichkeit – denn Baumärkte gibt es fast in jedem Ort.

Allgemein sollten Sie sich auf Ihre eigene Kreativität und bereits gemachte Erfahrungen verlassen, um das für sich perfekte, selbstgebaute Zelt zu schaffen. Ob Sie sich zusätzlich an Videos online orientieren oder Inspirationen anderer Nutzer zur Hand nehmen – wichtig ist, sich nach Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen und immer wieder neue Wege zur idealen Befestigung des Unterschlupfes zu finden.

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