Welches Zeltmaterial ist am besten?

Salewa ZelteNicht nur der Typ von dem Zelt ist beim Kauf von einem neuen Camping-Zelt entscheidend. Ganz im Gegenteil: Die Wahl von dem richtigen Material ist fast noch wichtiger. Das Material beeinflusst nämlich direkt das Gewicht, das Sie als Reisende zu tragen haben und auch die Wetterfestigkeit von dem Zelt. Daher werden bei modernen Zelten nahezu ausschließlich die beiden Kunststoffe Polyester und Polyamid verwendet. Je nach Hersteller werden noch zusätzlich Beschichtungen aus Silikon, Polyurethan oder PVC verwendet. Doch welches Zeltmaterial ist nun am besten? In diesem Ratgeber werden Sie schnell herausfinden, welches Zeltmaterial Ihren Anforderungen am ehesten entspricht und die unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Materialien für ein Zelt kennenlernen.

Polyester oder Polyamid?

Welches Zeltmaterial ist am besten?Bei einem Zelt ist das am meisten beanspruchte Material naheliegenderweise das Außenmaterial. Schließlich ist das Außenmaterial direkt allen Wetterbedingungen ausgesetzt. An das Material sind die Ansprüche daher entsprechend hoch. Das Außenmaterial muss auf jeden Fall wasserfest sein, den UV-Strahlen von der Sonne lange Zeit standhalten können und eine ausreichende Reißfestigkeit besitzen. Zudem sollten Hitze und Kälte das Material nicht verformen können. Daher bestehen Außenzelte bei Camping- und Trekkingzelten oftmals aus Polyester oder Polyamid (Nylon).

Polyamid (Nylon) hat grundsätzlich den Vorteil, dass die Herstellung von dem Material besonders günstig und leicht ist. Diese Vorzüge erkaufen sich Sparfüchse aber häufig mit einigen Nachteilen: Das Material dehnt sich bei Nässe aus und deshalb hängt das Zellgewebe schnell durch. Dadurch kommt das Außenzelt womöglich an das Innenzeltgewebe und muss nachgespannt werden. Verglichen mit Polyester ist zudem die UV-Beständigkeit geringer und entgegen der landläufigen Meinung die Reißfestigkeit ebenfalls. Diesen Nachteilen kann aber durch eine hochwertige Beschichtung entgegengewirkt werden.

Dagegen ist Polyester hochgradig reißfest, gegen UV-Strahlung kaum anfällig und Feuchtigkeit nimmt es deutlich weniger auf. Das Zelt trocknet dadurch schneller und das wirkt sich auf das Gewicht deutlich aus, wenn Sie nach einem Regenguss das Zelt wieder zusammenpacken müssen. Bei der Herstellung ist Polyester allerdings recht teuer. Auf das günstigere Nylon setzen daher immer mehr Hersteller. Zudem neigt Polyester zu lautem Knattern bei starkem Wind, wenn die Zeltplane beim Aufspannen nicht straff genug gezogen wurde, was recht unangenehm sein kann.

Gore Tex nicht zu empfehlen

Zum Einsatz kommt bei besonders teuren Zelten in letzter Zeit vereinzelt ebenfalls das Material Gore Tex, das aus der Bekleidungsindustrie bekannt ist. Verwendet wird dieses Material, weil Gore Tex völlig wasserdicht ist, aber aus dem Inneren Feuchtigkeit wie Wasserdampf durchlässt. Ein Innenzelt wird also nicht benötigt, denn das Kondenswasser kondensiert nicht, sondern kann abdampfen. Die Idee ist vom Prinzip her gut, aber leider stimmt das nicht: Zwischen Innen und Außen ist ein deutlicher Temperaturunterschied für den Wasserdampftransport erforderlich. Dieser ist bei Kleidung vorhanden, bei Zelten jedoch meist nicht. Also haben Sie mit Gore Tex die meiste Zeit nur eine besonders teure Tropfsteinhöhle.

Innenzelt oftmals aus Polyamid

Die Schaffung von einem möglichst trockenen Klima steht beim Innenzelt an erster Stelle. Also sollte das Material wasserdampf- und luftdurchlässig sein. In der Regel wird hierfür daher auf Nylongewebe, also Polyamid, zurückgegriffen. Der Wasserdampf, der im Innenzelt entsteht, wird transportiert durch das Innenzeltgewebe und am Außenzelt kondensiert er. Wenn das Gewebe des Außenzeltes imprägniert ist, kann heruntertropfendes Kondenswasser in den Innenraum nicht wieder gelangen.

Völlig anderen mechanischen Beanspruchungen als das restliche Gewebe ist wiederum der Boden von dem Innenzelt ausgesetzt. Achten Sie hier auf eine sehr dicke Ausführung, auch wenn Sie dadurch zusätzliches Gewicht haben. Schließlich gibt es nichts ärgerlicheres, als einen Zeltboden, der zerrissen ist. Durch eine passende Beschichtung ist eine absolute Wasserdichtheit auch hier wichtig – sogar noch wichtiger als bei dem Außenzelt. Wenn Sie nach einer Regennacht einmal auf der Wiese zum Campen in einem kleinen Teich aufgewacht sind, werden Sie wissen warum.

Die Beschichtung von den Zeltplanen

Eine Zeltbeschichtung von dem Zeltmaterial erhöht die UV-Resistenz, Reißfestigkeit und Witterungsbeständigkeit. Eine Beschichtung ist daher vor allem bei günstigen Zeltplanen sehr ratsam. Hierbei ist die billigste Variante eine PAC- oder PVC-Beschichtung. Doch als ratsam gelten diese aufgrund ihrer Nachteile nicht: Das Material ist kaum flexibel und elastisch. Daher löst es sich vom zugrundeliegenden Gewebe schnell ab. Die beiden Alternativen Silikon und Polyurethan zahlen sich auf Dauer aus.

Für Beschichtungen ist Polyurethan gut geeignet, hochgradig kältebeständig und sehr elastisch. Dieses Material, das als synthetischer Gummi in anderen Industriezweigen verwendet wird, eignet sich dadurch bei Frost und bei großen Temperaturschwankungen äußerst für das Camping. Im Gegensatz dazu soll die Alternative Silikon nicht ganz so widerstandsfähig bei Kälte sein, dafür aber besser in der UV-Resistenz und Reißfestigkeit sein.

Achtung: Eine Nahtbandversiegelung ist bei Zelten mit einer Silikonbeschichtung nicht möglich. Da aber die Nähte bei einem Zelt zu den Stellen gehören, die am meisten beansprucht werden, ist es ratsam, wenn Sie die Nähte zusätzlich mit Nahtdichter versiegeln. Baumwolle sollte als Nähgarn verwendet werden: Die Nähte werden bei Feuchtigkeit durch das Aufquellen zusätzlich abgedichtet. Nylongarn ist günstiger und der Bequemheit halber wird es bei Nylonzelten leider häufig eingesetzt. Den Vorteil eines Baumwollgarns hat es aber leider nicht.

Vor- und Nachteile einer Zeltbeschichtung

  • Schutz vor UV-Strahlung
  • das Material wird robuster
  • witterbungsbeständig
  • keine

Schutz der Zelte vor Nässe und Feuer

Kriterium Hinweise
Schutz vor Nässe In „mm Wassersäule“ wird die Wasserdichtigkeit von den Zelthäuten angegeben. Nach DIN gilt ein Zelt ab einem Wert von 1.500 mm Wassersäule als wasserdicht. Eine deutlich höhere Dichtigkeit sollte aber der Zeltboden besitzen, damit er auch wasserdicht bleibt bei einer punktuellen Belastung. 2.000 mm / 5.000 mm ist eine typische Kombination. Hierbei zählt der erste Wert für das Außenzelt, für den Zeltboden hingegen der zweite Wert. Auch Werte bis 10.000 mm Wassersäule sind für den Zeltboden keine Seltenheit.
Schutz vor Feuer Auch Schutz vor Feuer verlangt besondere Aufmerksamkeit. Es braucht auf den Rand nur eine Kippe zu fallen oder neben dem Zelt der Kocher umzufallen, schon geht in wenigen Sekunden das Zelt und der Inhalt in Flammen auf. Legen Sie daher beim Kauf Wert auf das Kennzeichen „Fire resistant“. Dann ist das Zeltmaterial nicht entflammbar und bei direktem Feuerkontakt schmilzt das Zelt (Polyester) nur oder das Zelt brennt höchstens mit einer sehr kleinen Flamme (Nylon, Polyamid) und erlischt in der Regel sehr schnell von selbst. Im Fall der Fälle liefert das die lebensrettende Zeit, dass Sie das Zelt rechtzeitig noch verlassen und das Feuer vielleicht sogar löschen können.

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